Die Digitalisierung ist Herausforderung und Chance zugleich. Noch nie war es einfacher mittels Technik Informationen zu speichern und auszutauschen, zu kommunizieren und wiederkehrende Abläufe schnell und automatisiert zu erledigen.

Die Kernelemente sind neben der digitalen Abbildung der analogen Welt, die verbindungstechnische Vernetzung, intelligente Datenanalysen und der schnelle Datentransfer zwischen den angebundenen Elementen.

Klammheimlich haben sich die Möglichkeiten, die die Digitalisierung den Menschen bietet,  in unser Leben eingeschlichen – angefangen bei der eigenen Wohnung über die Verkehrsmittel, in denen wir uns von A nach B bewegen, bis hin zu öffentlichen Orten.

Dreh- und Angelpunkt sind vor allem mobile Endgeräte, die im Laufe der Jahre immer kleiner und zugleich leistungsfähiger geworden sind: Wir nutzen Smartphones während des Einkaufs, lesen Bücher mit dem Tablet; smarte Uhren zeichnen unsere sportlichen Aktivitäten auf, um uns zu Höchstleistungen zu motivieren. Spezielle Brillen zeigen uns wertvolle Informationen zu Exponaten in einer Kunstausstellung. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ohne die Digitalisierung wären viele Entwicklungen in unserem Alltag nicht zustande gekommen. Sie hat großen Einfluss auf unser Verhalten, das sich stellenweise bereits stark verändert hat.

Trotz des technischen Fortschritts haben sich die menschlichen Grundbedürfnisse nicht wesentlich geändert. Wir müssen essen, trinken, schlafen; suchen Schutz und Geborgenheit, pflegen unsere sozialen Kontakte, erfüllen uns persönliche Wünsche, streben nach Anerkennung und vieles mehr.

Die Technologie hilft uns bei der Befriedigung der Bedürfnisse, auch wenn sich die Prioritäten dadurch teilweise sogar verschoben haben.

Eine reale Vision. Oder wie uns die Technologie durch den Alltag begleitet

Das veränderte Verhalten der Menschen zeigt sich in vielen Bereichen des Alltags.

Wenn wir uns mit Freunden treffen möchten, verabreden wir uns über Instant Messaging. Persönlicher geht es mit einem Anruf – natürlich von unterwegs, den wir selbstverständlich in aller Öffentlichkeit mit unserem Smartphone führen. Viele stört es dabei wenig, wenn sich die Person daneben die Telefonzelle zurückwünscht.

Neuigkeiten konsumieren wir über Nachrichtenportale, wir erhalten Sie als Push-Nachrichten über entsprechende Apps oder lassen intelligente Assistenten danach suchen, filtern und sortieren.

Für Konzerte oder Kinobesuche kaufen wir unsere Tickets online und speichern die Karte für den Einlass in der Smartphone Wallet. Zur Veranstaltung erscheint wie von Geisterhand und im richtigen Moment die Einlasskarte auf dem Display. Das Smartphone lotst uns zu unserem Platz, den wir zuvor auf einem virtuellen Plan reserviert haben.

Noch während der Veranstaltung bekommen wir Hunger. Wir sehen, welche Restaurants in der Nähe sind, lesen die Bewertungen anderer Gäste und buchen gleich online einen Tisch. Selbstverständlich wissen wir auch schon – ohne das Lokal betreten zu haben, was heute frisch zubereitet wird und welche Gerichte besonders von den Gästen gelobt werden.

Nach einer eindrucksvollen Veranstaltung und dem lukullischen Finale lassen wir andere an unseren Tageserlebnissen in sozialen Netzwerken teilhaben und posten fleißig Fotos und Videos, sofern wir dies nicht im Verlauf des Tages bereits live getan haben.

Die Art und Weise wie wir einkaufen, hat sich gewandelt: Wir informieren uns im World Wide Web über Produkte und Dienstleistungen, die wir in der Nähe finden oder online bestellen bzw. beauftragen. Unser mobiles Endgerät teilt uns detailliert mit, wie viel Stück vom gewünschten Gegenstand in welcher Größe und Farbe noch vorrätig sind. Wir erfahren auch, welches Verkehrsmittel wir nehmen müssen und wann wir im Geschäft sein können, in dem wir unser Objekt der Begierde abholen werden.

Im Laden, der Dank virtuellem Regal nur noch wenige Ausstellungsstücke enthält, empfängt uns ein kompetenter Berater, der schon über unser Erscheinen informiert ist. Über ein großformatiges Display zeigt er uns passende Accessoires und weiß natürlich, dass diese auch zu einigen Gegenständen passen, die wir vor einem halben Jahr im Geschäft nebenan gekauft haben.

Es kann auch passieren, dass wir etwas nicht vor Ort oder erst in paar Tagen erhalten werden. Selbstredend bestellen wir online und vereinbaren einen passenden Liefertermin. In der Zwischenzeit verfolgen wir, welchen Weg unsere Neuerwerbung nimmt, bis sie den Zustellungsort zu gewünschter Zeit erreicht. Nur leider werden wir noch nicht zuhause sein, wenn es ankommt. Kein Problem! Zwei bis drei Wischgesten später haben wir die Zustellung für eine Stunde später vereinbart.

Was sich in den geschilderten Fällen teilweise sonderbar anhört, ist bereits Realität, wenn auch noch nicht bei jedem. Die flächendeckende Umsetzung ist aber nur noch eine Frage der Zeit. Bis es soweit ist, haben alle Beteiligte „Hausaufgaben“ zu erledigen.

Die Fälle zeigen auch, dass die Dienste aus dem weltumspannenden Internet auch im direkten Umfeld – in der eigenen Stadt, am aktuellen Standort – ihre Wirkung haben und Sinn machen.

Lokale Online-Plattformen können einen Teil dazu beitragen.