Aufbauend auf der Erkenntnis, wie wichtig digitales Know-How für Einzelhändler ist, ging die zweite Onlinebefragung über den Bereich der Onlinemarktplätze hinaus. Aus ihr lassen sich folgende Konklusionen zum aktuellen Digitalisierungsstand im Einzelhandel ziehen:

Gespaltenes Verhältnis zum digitalen Wandel

Unter den Händlern zeigen sich deutliche Diskrepanzen hinsichtlich ihrer jeweiligen Einstellung zum digitalen Wandel. Viele sehen in der Digitalisierung Entwicklungsmöglichkeiten für ihren Betrieb und gehen das Thema aktiv an, um eine passende Digitalisierungsstrategie zu finden. Über die Hälfte der befragten Händler ist jedoch nicht sicher, ob sie an den Entwicklungen teilhaben kann oder will und ob nicht doch die Nachteile für das eigene Unternehmen überwiegen.

Händler investieren in die Digitalisierung

Grundsätzlich besteht Investitionsbereitschaft, wie der Erwerb moderner Warenwirtschaftssysteme sowie Hard- und Software und der Einsatz von Onlinemarketing und Mitarbeiterschulungen zeigen.
Für die „Zögerer“ stellt offensichtlich die fehlende Orientierung eine Barriere dar.

Die wichtigsten Kanäle der digitalen Kundenansprache sind im Einsatz

Die Bedeutung von Internetwerbung im Marketingmix von Händlern ist stark gestiegen. Über 70% der Befragten haben ihr Budget für Onlinemarketing in den letzten fünf Jahren erhöht. Eine eigene Webseite, Einträge in Verzeichnisdiensten und Soziale Medien werden von einem Großteil der Händler für die Firmenpräsentation eingesetzt. Um die Mindestanforderung zur Sichtbarkeit des stationären Handels im Internet zu erfüllen, sollte zumindest in Onlineverzeichnissen eine 100%ige Abbildung aller Einzelhändler als Maßstab dienen.

„Handel ist Wandel“ gilt auch für das Onlinemarketing

Marketingkanäle und -methoden sind nicht statisch. Der Handel muss insbesondere online auf Veränderungen im Nutzerverhalten reagieren. Trends wie die Bedeutungsverschiebung von Facebook zu Instagram, der Einsatz von Messengerdiensten oder die Einflussnahme über Youtube-Videos werden bereits von einigen Einzelhändlern mitgegangen.

Im Ladengeschäft werden Cross-Channeling und verkaufsunterstützende Technologien zögerlich eingesetzt

Vielen Händlern gelingt es noch nicht, die Kunden im Ladengeschäft auf die eigenen Angebote im Internet aufmerksam zu machen. Andererseits werden auch innovative Lösungen eingesetzt, um digitale Inhalte im stationären Geschäft erlebbar zu machen. Dies geschieht bisher vorwiegend über kundeneigene Geräte. Verkaufsunterstützende Technologien werden primär in der Beratung durch die Mitarbeiter eingesetzt.

Der Onlinehandel ist kein zentraler Verkaufsweg für stationäre Einzelhändler

Die befragten Händler stehen dem Onlinehandel zögerlich gegenüber. Einstiegshürden wie die Anforderungen an ein Warenwirtschaftssystem spielen hier eine Rolle. Diejenigen, die sich entschieden haben, das Internet als Vertriebskanal zu nutzen, setzen trotz des höheren Aufwandes vorwiegend auf den Aufbau eines eigenen Webshops. Doch auch Marktplätze sind beliebt.

Es herrscht eine große Nachfrage nach Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Wissensbedarf zum vielschichtigen und sich schnell weiterentwickelnden Thema Digitalisierung ist nach wie vor groß. 90% bilden sich zu Digitalisierungsthemen weiter. Ebenso viele bieten ihren Mitarbeitern Weiterbildungsmöglichkeiten an. Fachartikel, Schulungen und der persönliche Austausch tragen zum Wissensaufbau bei. Dennoch bleiben große Informationslücken.


Detailinformationen

  • Zwischenbericht 4 „Gemeinsam online“ (PDF | 780 KB), auch in den Downloads zu finden